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Chronik des Vereins

Vereinschronik des TuS Minderheide 1895 – heute

1895-1995

Urkundlich ist der Turn- und Sportverein Minderheide erstmals im Jahre 1895 genannt worden, und zwar unter der Bezeichnung „Männer- Turnverein Minderheide“. Der Verein widmete sich damals ausschließlich der Sportart Turnen und pflegte die Kameradschaft. Unter diesem Namen bestand der Verein ca. 15 Jahre. Die erste Satzung trägt das Datum 15.12.1895 und wurde vom Amtmann aus Hartum genehmigt. Aus dieser Gründerzeit ist uns wenig überliefert.

1910 – 1933

Der Turn- und Sportverein Minderheide hat in seiner 100jährigen Vereinsgeschichte verschiedene Umbenennungen hinnehmen müssen. Die erste stammt aus dem Jahre 1910. Im Herbst des Jahres wurde der Verein „Arbeiter- Turn- und Sportbund“ genannt. Auch dieser Männer- Turnverein beschäftigte sich ausschließlich mit dem Turnen. Die Übungsabende und turnerischen Vorführungen fanden im Saal der Gastwirtschaft Böhne statt. Im Jahre 1910 fand auf der Minderheide erstmals ein Turnfest auf der „Kleinen Heide“ statt. Es wurde mit einem Durchmarsch der Turnerinnen und Turner vom Bierpohl bis zur Heide eingeleitet. An diesem Turnfest nahmen schon damals 10 Vereine teil. Während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 ruhte auch auf der Minderheide der Turnbetrieb weitgehend. Elf Vereinsmitglieder kehrten aus dem Weltkrieg nicht zurück. Unmittelbar nach Beendigung des Krieges wurde der Turnbetrieb in der Gastwirtschaft Böhne wieder aufgenommen. In den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg wurden hauptsächlich die Sportarten Turnen und Leichtathletik im Verein betrieben. 1920 erfolgte die erneute Umbenennung des Vereins in „Arbeiter- Turn- und Sportverein Minderheide. “ Um das Jahr 1923 wurden das Schlagballspiel und später auch das Handballspiel neu aufgenommen. Handball wurde in den Jahren darauf zunehmend beliebter und somit ungewollt zur Hauptsportart des Vereins. Für die Übungsabende der Turner stand bis 1923 der Saal der Gastwirtschaft Böhne zur Verfügung. Da dieser Saal 1923 auf Abbruch verkauft wurde, bestanden für die Turner des Vereins keine Trainingsmöglichkeiten mehr. Es ist der Verdienst des damaligen Vorsitzenden Wilhelm Riechmann, der gleichzeitig Mitglied des Schulvorstandes war, daß an der Schule Minderheide eine Turnhalle – für damalige Verhältnisse keine Selbstverständlichkeit – gebaut wurde. Diese Halle, die zwar heute den besonderen Anforderungen von Sportarten wie Handball nicht mehr genügt, wird aber immer noch für den Übungsbetrieb der Schüler, Schülerinnen und Turner genutzt. Für die leichtathletischen Übungsabende stand bis 1922 die sog. „Kleine Heide“ zwischen Stemmer Landstraße und Holzhauser Straße zur Verfügung. Dieser Platz wurde 1922 vom Fiskus gekündigt, statt dessen wurde ein Platz auf der Großen Heide bereitgestellt, aber auch nur für kurze Zeit. Für den Verein stand nun kein geeigneter Platz für Ballspiele bzw. leichtathletische Übungen mehr zur Verfügung. Jetzt galt es, Eigeninitiative zu entfalten und in Selbsthilfe ein geeignetes Spielfeld herzurichten. Im Verein war man der Meinung, daß sich die Kiesgrube am Petershäger Weg in Hahlen zu einem Sportplatz ausbauen ließe. Nach Verhandlungen mit der Gemeinde Hahlen wurde dem Verein gegen Zahlung einer Anerkennungsgebühr von 3,00 Reichsmark die Kiesgrube überlassen. Damit verfügte der Verein jedoch noch nicht über einen Sportplatz. Die Kiesgrube mußte in vielen freiwilligen Arbeitsstunden aller Vereinsmitglieder eingeebnet werden, so daß ein Platz für das Schlagballspiel entstand. 1929 wurde der gesamte Sportplatz um etwa zwei Meter höher gelegt. Die dazu benötigte Erde wurde vom Neubau des Stadtkrankenhauses an der Bismarckstraße mit einer Lorenbahn in die Kiesgrube gefahren. Die Erdarbeiten wurden von den Vereinsmitgliedern ausgeführt. Bis 1932 wurden ein Umkleidegebäude sowie eine Waschanlage neu installiert.

1933 – 1945

Der „Arbeiter- Turn- und Sportverein Minderheide“ wurde 1933 in Zusammenhang mit den politischen Verhältnissen aufgelöst und ein neuer Verein mit dem Namen „Verein für Leibesübungen  Vater Jahn Minderheide “ gegründet. Der Sportbetrieb wurde jedoch in der bis dahin geübten Weise aufrechterhalten. Unmittelbar nach Kriegsbeginn 1939 wurden sehr viele Vereinsmitglieder zur Wehrmacht einberufen. Spiel- und Übungsbetrieb litten sehr darunter. Dreißig Vereinsmitglieder sind im Zweiten Weltkrieg gefallen oder vermißt.

1945 – heute

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde von den Mitgliedern der Verein unter der Bezeichnung „Turn und Sportverein Minderheide“ ins Leben gerufen. Die erste Versammlung fand am 13. Oktober 1945 statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Albert Bischof gewählt. Unter tatkräftiger Mithilfe aller Vereinsmitglieder wurde in Selbsthilfe zunächst der Sportplatz wieder für den Wettkampfsport hergerichtet, und man begann einen lang gehegten Wunsch zu verwirklichen, nämlich eine Rundbahn auf dem Sportplatz anzulegen. 1947 wurde eine 100-Meterbahn hergestellt. Noch vor der Währungsreform im Jahre 1948 konnte die Rundbahn dem Sportbetrieb übergeben werden. Der Sportplatz konnte so in den darauffolgenden Jahren auch von den Leichtathleten genutzt werden. Die regelmäßig stattfindenden, gut besuchten Sportfeste mit turnerischen und leichtathletischen Übungen bewiesen, daß der Verein Anforderungen und Wünsche, die an ihn herangetragen wurden, richtig verstanden hatte. So erfolgte in den nächsten Jahren ein kontinuierlicher Ausbau des Vereins. Auch Volkstanz und Laienspiel wurden gepflegt. Am 9. Juli 1953 wurde der Fußballverein „BSV Kuhlenkamp“ in den Sportverein aufgenommen. Im Jahre 1966 erfolgte eine wichtige Satzungsänderung: Der Verein wurde in das Vereinsregister beim Amtsgericht Minden eingetragen. Folgende Sportarten wurden zu diesem Zeitpunkt betrieben: Handball, Fußball, Leichtathletik, Turnen und Tischtennis. Als weitere Gruppen kamen „Turnen für Mutter und Kind“, Gymnastik für Frauen und Volleyball hinzu. Am 12. April 1979 wurde uns von der Stadt Minden das neue Umkleidegebäude auf dem Sportplatz übergeben. Damit standen nun verbesserte sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. 1984 konnte auf dem Sportplatz eine Flutlichtbeleuchtung in Eigenleistung errichtet werden.

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